Archiv Circus


Januar 2015

Riesenerfolg für den Tierschutz in den Niederlanden und Mexiko:            Verbot von Elefantenhaltung im Circus kommt!

Nachdem Belgien bereits Ende 2011 die Haltungsvorschriften für Circuselefanten derart verschärft hat, dass dies de facto einem Verbot gleichkommt, ziehen jetzt die Niederlande nach. Am 14. Dezember gab das niederländische Wirtschaftsministerium bekannt, dass das Kabinett ein Verbot für die Haltung von Wildtieren für Circusse beschlossen hat, das am 15. September 2015 in Kraft treten soll und alle Wildsäugetierarten umfasst, d.h. neben Tigern, Giraffen, Seelöwen, Affen und Flusspferden auch beide Elefantenarten. Begründet wird diese Maßnahme damit, dass die Beeinträchtigungen des Tierwohls, das die Haltung in einem reisenden Circus mit sich bringt, nicht durch Unterhaltung und Aufrechterhaltung einer Tradition zu rechtfertigen sei.

Ebenso positive Nachrichten gab es nur wenige Tage vorher aus Mexiko: Nachdem im Laufe des Jahres 2014 bereits 12 der 31 mexikanischen Staaten sowie die Stadt Mexiko City Tierhaltung im Circus verboten hatten, beschloss der Mexikanische Kongress ein nationales Circustierverbot. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens ist aber noch offen.

Angesichts der lebenslangen Leiden, die Elefanten im Circus erleiden müssen, und der Gefährdung von Menschenleben, die von Elefantenhaltung im direkten Kontakt ausgeht, ist ein Verbot der Elefantenhaltung im Circus auch für Deutschland dringend erforderlich. 


Herbst 2014

Trächtigkeit im Circus? Direktor Weisheit hält Bürger und Presse zum Narren

Anfang November 2014 verbreitete sich das Gerücht, die Asiatische Elefantenkuh „Ghandia“ vom sich derzeit Circus Afrika nennenden Unternehmen des Hardy Weisheit könnte tragend sein. In einem Artikel berichtet sogar die sächsische Freie Presse über ihren „Zustand“. Mit Jahrgang 1970 ist „Ghandia“ derzeit ca. 44 Jahre alt. Das vom Direktor mit 38 Jahren angegebene Alter ist entweder seinen unzureichenden Rechenkünsten geschuldet oder liegt daran, dass 38 nach menschlichen Maßstäben in einer PR-Aktion besser zu einer Spätgebärenden passen könnte als 44. Übrigens haben sich nicht nur der Name des Unternehmens und das Alter der Elefantin verändert, sondern auch ihr Name – derzeit wird sie als „Rani“ vorgestellt.                                                                                                                                                    Im besagten Artikel heißt es, dass Direktor Hardy Weisheit von einer Schwangerschaft ausgeht. Er wird zitiert: „Wir haben von Januar bis März im Jahr 2013 ein Gastspiel in Spanien gegeben. Da hat sich Rani (gemeint ist „Ghandia“, Anm. der Redaktion) mit dem spanischen Elefantenbullen Max angefreundet - und davon wahrscheinlich ein vierbeiniges Souvenir mitgebracht.“ http://www.freiepresse.de/KULTUR/VOGTLAND/Wir-werden-fuer-alle-Faelle-schon-mal-eine-Baby-Stube-einrichten-artikel9024788.php

Was ist dran an diesen Babygerüchten?

Fakt ist, dass die letzte Geburt eines Elefanten in einem europäischen Circus im Jahr 1980 erfolgte („Baby“ im Circus Kendler, derzeit beim kroatischen Circus Gärtner im Bestand). Fakt ist auch, dass die wild geborene „Ghandia-Rani“ seit ihrem Import  vor rund vier Jahrzehnten keinen Bullen mehr zu Gesicht bekommen hat und die Windbestäubung beim Elefanten bisher nicht nachgewiesen wurde.

Aber dieser Bulle Max…  Max ist doch ein häufiger Name – könnte es nicht sein, dass…

Nein, könnte es nicht. Max mag ein häufiger Name unter Menschen sein, unter den europäischen Circuselefanten ist es keiner. Dieser Elefantenbulle „Max“ existiert nicht, nicht in Spanien und auch nicht anderswo in Europa in irgendeinem Circus. Das kann jeder herausfinden der in der Lage ist bis Zwei zu zählen, denn die beiden letzten Circusbullen in Europa heißen „Mambo“ und „Moritz“ und sind auch noch Afrikaner.

…aber vielleicht  in irgendeinem Zoo?

Wenn man von „Maxim“ im französischen Zoo Le Pal absieht, zu dem die Kuh ganz sicher keinen Kontakt hatte, bleibt als einziger „Max“ ein Elefant im britischen Zoo Whipsnade. Dieser Bulle hat regelmäßig Zugang zu Weibchen - wo er von seiner Mutter „Karishma“ gesäugt wird, denn „Max“ ist am 12.10.2014 ein Jahr alt geworden. Der einzige erwachsene „Max“ der letzten Jahre war ein ehemaliger Afrikanischer Circusbulle, der seinen viel zu kurzen Lebensabend im französischen Zoo La Teste beendet hat. Geschädigt durch sein Circusdasein verstarb er bereits vor dreieinhalb Jahren.

Bei derartiger Faktenlage ist es fast unnötig zu erwähnen, dass nur wenige Elefantenkühe nach dem 20. Lebensjahr überhaupt noch erstmals trächtig werden und wenn doch, häufig unter unter Geburtskomplikationen leiden, infolge derer sehr häufig die Kälber sterben, mitunter auch die Mütter selbst. Herr Weisheit hält seit Jahrzehnten Elefanten – ein Umstand, der im Übrigen in Deutschland jenseits jeglicher Qualifikation leider ausreicht, um den erforderlichen Sachkundenachweis zu erbringen und Wildtiere wie Elefanten halten zu können. Doch vielleicht sollte man nicht so hart mit Hardy Weisheit ins Gericht gehen, wo es doch Grund zur Annahme gibt, dass Herr Weisheit über das Erstzuchtalter von Elefanten schlicht nicht genug weiß. Erstaunlich ist nur, dass solche „Meister der Illusion“ es auch im 21. Jahrhundert immer noch schaffen, Freunden der Wildtierhaltung im Circus, aber auch Journalisten und Behördenvertretern in Bezug auf Elefanten regelmäßig einen Bären aufzubinden.


März 2014

Ausbruch dreier Circuselefanten in St. Charles, Missouri/ USA

Am Nachmittag des 22. März 2014 ereignete sich beim jährlichen Moolah Shrine Circus in der US-amerikanischen Stadt St. Charles (nahe St. Louis) ein schwerer Zwischenfall mit drei älteren Asiatischen Elefantenkühen, die vom Circus Carson & Barnes an den Hanneford Family Circus ausgeliehen waren und von Louie und Tabitha DelMoral vorgeführt wurden. Presseberichten zufolge entkamen die Tiere kurz vor einem Elefantenreiten für Kinder und randalierten für 45 Min. auf einem Parkplatz, bevor das Circuspersonal sie wieder unter Kontrolle bringen konnten. Wie durch ein Wunder kam dabei kein Mensch zu Schaden; lediglich mehrere Autos wurden beschädigt. Die vorgesehenen Auftritte mit den Elefanten an jenem Wochenende wurden abgesagt.

Da es aufgrund der Körperkraft von Elefanten unmöglich ist, diese Tiere unter den Bedingungen eines reisenden Circus ernsthaft ausbruchssicher unter zu bringen, stellt dieser Vorfall nur das vorläufig letzte Ereignis aus hunderten ähnlichen „Zwischenfällen“ weltweit dar. Im September 2013 führte ein Ausbruch der Afrikanischen Elefantenkuh im französischen „Cirque d’Europe“ zur Katastrophe, als sie einen 84-jährigen Unbeteiligten tötete. Die einzige Möglichkeit, solche Tragödien in Zukunft zu vermeiden, stellt ein Verbot der Elefantenhaltung in Circussen dar.


Januar 2014

Joy Gärtner:

Todesgefahr durch Circuselefanten beim Circusfestival in Monte Carlo

Im Januar 2014 wird Joy Gärtner mit seinen Elefantenkühen beim 38. Internationalen Circusfestival in Monte Carlo auftreten. Während seine Darbietung in der Manege gefeiert werden wird, wird kaum jemandem im Publikum bekannt sein, dass die Elefantenhaltung der Gärtner-Familie eine dunkle Geschichte von Todesfällen und Tierquälerei ist, die bis in die Gegenwart reicht. Denn Elefanten sind keine sanften Riesen oder lustige Clowns, sondern Wildtiere, die wegen ihrer Gefährlichkeit in einem Circus nichts zu suchen haben. Die Liste der Menschen, die durch vermeintlich dressierte Elefanten in Zoos und Circussen auf der ganzen Welt getötet oder verletzt wurden, ist unendlich lang; die jüngsten Todesfälle ereigneten sich im August 2013 in Frankreich (84-jähriger durch einen ausgebrochenen Circuselefanten getötet) und im Oktober 2013 im Dickerson Park Zoo in Springfield/USA (Elefantenmanager von einer Elefantenkuh angegriffen und tödlich verletzt).

Die Gärtner-Familie ist „berühmt“ dafür, auch gefährliche Elefanten zu erwerben, was schon beide Eltern von Joy Gärtner mit dem Leben bezahlten. 1982 wurde seine Mutter, Chiara Gärtner, von einem Elefanten getötet, 1996 auch sein Vater Josef Gärtner. Die Elefantenkuh „Sabi“, die Josef Gärtner zu Tode quetschte, wurde danach getötet – ein typisches Schicksal für „Killerelefanten“, mit denen im Circus niemand mehr etwas anfangen kann.

Auch in der heutigen Elefantengruppe von Joy Gärtner sind Elefantenkühe dabei, die für Menschen gefährlich sind. „Pira“, „Belinda“ und „Diana“ stammen aus dem deutschen Skandal-Circus Giovanni Althoff, wo zwei der drei Elefantinnen vor der Übernahme durch Joy Gärtner 2005 schon jahrelang nicht mehr in der Manege aufgetreten waren, weil Giovanni Althoff die Tiere nicht ausreichend im Griff hatte. Auch Elefantenkuh „Bebe“, die Joy Gärtner im September 2011 vom spanischen Circus Americano (Familie Faggioni) übernahm, konnte dort schon seit ca. 2006 nicht mehr vorgeführt werden – was auch der Grund war, weshalb der Circus zunächst jahrelang vergeblich versuchte, sie loszuwerden, bis Joy Gärtner sie nahm.

Joy Gärtner interessiert das alles wenig, obwohl er es aus seiner Familiengeschichte besser wissen müsste, und führt seine Elefanten nicht nur in der Manege vor hunderten Besuchern vor, sondern marschiert mit ihnen auf Straßenparaden durch Städte. Im Sommer 2012 führte diese Ignoranz dazu, dass es bei einem Gastspiel beim Circus Courtney Bros. in Irland zweimal fast zur Katastrophe kam: Über den Ausbruch von „Bebe“ am 27.03.2012 in Cork und nur vier Tage später den Streit zweier Elefanten, bei dem ein Mensch schwer verletzt wurde und fast starb, wurde in der irischen Presse ausführlich berichtet. Im Dezember 2012 kam es zum nächsten dramatischen Zwischenfall, als bei einem Gastspiel in Riga ein Sohn von Joy Gärtner von einem Elefanten verletzt wurde. Die Polizei leitete ein Strafverfahren ein, das mit der absurden Begründung, das Geschehen sei eine interne Angelegenheit der Familie Gärtner, da die Familie die Elefanten versorge, ohne Ergebnis endete.

Die Börden sehen diesem Treiben untätig zu, und auch in Monte Carlo wird die rabenschwarze Vergangenheit und die aktuelle Gefahr für Circusleute und Besucher zugleich totgeschwiegen und vertuscht. Dabei ist es nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Mensch zu Schaden kommt. Das Publikum weiß von diesen Zuständen nichts. Den ahnungslosen Besuchern werden immer noch Elefantendarbietungen als harmloser Spaß „verkauft“, der Mensch und Tier gleichermaßen Freude bringe, und oft genug werden solche Nummern wider besseres Wissen immer noch mit Preisen ausgezeichnet. Es ist überfällig, dass Politik und lokale Behörden endlich handeln und die Elefantenhaltung im Circus verbieten!


Dezember 2013

Noch mehr ausgebrochene Zirkuselefanten:                                                       Circus Afrika (Hardy Weisheit) und Circus Amedeo Orfei (Italien)

Anfang Dezember sorgten schon wieder ausgebrochene Zirkuselefanten für Schlagzeilen. Am 02.12.2013 konnten mal wieder zwei Elefantenkühe aus dem Winterquartier des Circus Afrika (Africa`s Big Circus/ Circus Monte Carlo) von Hardy Weisheit in Zeitz (Sachsen-Anhalt) entkommen und beschädigten einen Laternenmast und einen Stromkasten. In einem Bericht der Lokalpresse wunderte der Ausbruch Anwohner nicht, da das Freigehege der Elefanten (wie üblich!) völlig unzureichend nur mit einem Bindfaden gesichert gewesen sei.

Nur wenige Tage später, am 06.12.2013, sorgte frei umherlaufende eine ältere Asiatenkuh des Circus Amedeo Orfei in Rom/Italien für Panik. Das Tier konnte erst zwei Stunden nach seinem Entkommen von Zirkusleuten und der Polizei gestellt werden. Nach Presseberichten kam es bereits am 07.11. zu einem ähnlichen Vorfall, wobei unklar ist, ob es sich um das gleiche Tier handelte.

In beiden Fällen ist außer Sachschaden nichts passiert. Das ist allerdings reines Glück – dass frei umherlaufende Elefanten zur tödlichen Gefahr werden können, hat zuletzt im September 2013 der tragische Tod eines 84-jährigen Passanten im französischen Lizy-sur-Ourc, der der ausgebrochenen Afrikanerin „Tanya“ des „Cirque dÈurope“ in die Quere kam, gezeigt. Es ist ein Skandal, dass die Behörden Hardy Weisheit, der in den letzten Jahren unter verschiedenen Namen unterwegs war und derzeit als „Circus Afrika“ auftritt, noch nicht die Genehmigung nach § 11 Tierschutzgesetz entzogen haben, obwohl seine Elefanten durch ständige Ausbrüche dokumentieren, dass dieser Zirkus Elefanten nicht sicher halten kann und damit ständig Menschenleben in Gefahr bringt!

Juli 2013

„Perfekte Tierhaltung“ im Circus Krone?

Aktuelle Bilder der Elefantenhaltung im Circus Krone vom Gastspiel in Mannheim am 29./30.06.2013 finden sich auf der ... weiterlesen

_________________________________________________________________________________________

Juni 2013

Zum Tod der Elefantenkuh „Mädi“ (Circus Mustang) in Estland

Am 07. Juni 2013 starb die ca. 45-jährige Asiatische Elefantenkuh „Mädi“, seit Frühjahr 2013 in Estland beim Circus Tuuril engagiert und vorgeführt von Rene Renz. Die Elefantin kollabierte ... weiterlesen

_________________________________________________________________________________________

30. Oktober 2012

Norwegen - bald das nächste Land ohne Elefanten im Circus?

Elefanten-Schutz Europa klärt seit Jahren darüber auf, dass Elefanten im reisenden Circus unmöglich artgerecht gehalten werden können. Weder soziale Bedürfnisse noch.... weiterlesen

__________________________________________________________________________________________

03. August 2012

Elefanten-Schutz Europa kritisiert Elefantenhaltung im Zirkus Charles Knie

Der Zirkus Charles Knie hat dieses Jahr die drei Asiatischen Elefanten „Baby“, „Jumba“ und „Mala“ mit ihrem italienischen Dompteur Elvis Errani engagiert, nachdem...weiterlesen

__________________________________________________________________________________________

 

02.05.2012
Tod im Circus: Mit „Colonel Joe“ (Circus Krone) stirbt der vierte deutsche Circuselefant in sechs Monaten

Der Asiatische Elefantenbulle „Col. Joe“ wurde ca. 1964 wild in Indien, Asien, geboren und im selben Jahr in die USA, in den Jungle Land Zoo (L. Goebel), CA, importiert. Ein Jahr später.... weiterlesen

_________________________________________________________________________________________

 

Februar 2012
 
Tod im Circus Universal-Renz: "Maya"
Die Asiatische Elefantenkuh „Maya“ brach bei einem Gastspiel des Circus Universal Renz in Recklinghausen im Oktober 2011 zusammen und konnte nur mit Hilfe eines Gabelstaplers wieder aufgerichtet werden. Dennoch wurde das gesundheitlich stark angeschlagene Tier noch bis Ende Dezember vom Circus von Gastspielort zu Gastspielort mitgeschleppt. Erst nach einem Auftrittsverbot in Duisburg im Dezember 2011 wurde „Maya“ ins Winterquartier im hessischen Friedberg gebracht und dort medizinisch behandelt. Die Behandlung schlug jedoch nicht an, das Tier verweigerte letztlich die Nahrungsaufnahme. Sie mußte am 12.02.2012 eingeschläfert werden. „Maya“ wurde nur 41 Jahre alt.
_________________________________________________________________________________________

 

19.01.2012
Elefantenkuh "Mausi" gestorben
Seit acht Jahren setzte sich Elefanten-Schutz Europa e.V. für die schwer kranke  Elefantenkuh "Mausi" ein, die im deutschen Circus Voyage gehalten wurde...weiterlesen

_________________________________________________________________________________________

Januar 2010

Hilfe für "Mausi"

Seit langem war unserem Verein die Elefantenkuh „Mausi“ des erst Ende der 1990er Jahre gegründeten Circus Voyage bekannt. Ihr Schicksal kann durchaus als beispielgebend... weiterlesen