02.05.2012
Tod im Circus: Mit „Colonel Joe“ (Circus Krone) stirbt der vierte deutsche Circuselefant in sechs Monaten

Der Asiatische Elefantenbulle „Col. Joe“ wurde ca. 1964 wild in Indien, Asien, geboren und im selben Jahr in die USA, in den Jungle Land Zoo (L. Goebel), CA, importiert. Ein Jahr später gelangte der Jungbulle in den Zoo Los Angeles und wurde 1973 an den Circus Vargas verkauft.
Am 01.10.2002 traf „Colonel Joe“ mit seinem Betreuer James Peters im Circus Krone ein.
Immer wieder wurde Kritik an der Haltung der Krone-Elefanten laut: Zu lange Ankettungszeiten, keine oder ungenutzte Außenpaddocks, ein Abszess des Bullen am linken Vorderbein und unphysiologische Bewegungen in der Manege (u.a. Hinterbeinstand) waren berechtigte Kritikpunkte. Zuletzt verschlechtere sich der angeschlagene Gesundheitszustand des betagten Elefantenbullen erheblich und in der Nacht zum 02.05.2012 verstarb „Colonel Joe“. Er wurde ca. 48 Jahre alt.
Nach dem Tod von "Tundra" (November 2011; Circus Berolina), "Mausi" (Jananuar 2012; Circus Voyage) und "Maya" (Februar 2012; Universal Renz) ist "Colonel Joe" (Mai 2012; Circus Krone) der vierte deutsche Circuselefant in sechs Monaten, der verstirbt.

25.02.2012
Neu: Unsere Webseite gibt es seit heute auch auf Russisch!
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23.02.2012
Neu: Unsere Webseite gibt es seit heute auch auf Englisch!
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22.02.2012
Tod im Circus Universal-Renz: "Maya"

Die Asiatische Elefantenkuh „Maya“ brach bei einem Gastspiel des Circus Universal Renz in Recklinghausen im Oktober 2011 zusammen und konnte nur mit Hilfe eines Gabelstaplers wieder aufgerichtet werden. Dennoch wurde das gesundheitlich stark angeschlagene Tier noch bis Ende Dezember vom Circus von Gastspielort zu Gastspielort mitgeschleppt. Erst nach einem Auftrittsverbot in Duisburg im Dezember 2011 wurde „Maya“ ins Winterquartier im hessischen Friedberg gebracht und dort medizinisch behandelt. Die Behandlung schlug jedoch nicht an, das Tier verweigerte letztlich die Nahrungsaufnahme. Sie mußte am 12.02.2012 eingeschläfert werden. „Maya“ wurde nur 41 Jahre alt.


("Maya" ca. eine Woche vor ihrem Tod, apathisch und allein im Winterquartier des Circus Universal Renz in Friedberg/Hessen. Quelle: PETA)

19.01.2012
Elefantenkuh "Mausi" gestorben
Seit acht Jahren setzte sich Elefanten-Schutz Europa e.V. für die schwer kranke  Elefantenkuh "Mausi" ein, die im deutschen Circus Voyage gehalten wurde. Unser  Verein forderte ursprünglich, das unter Arthrose leidende Tier zusammen mit  "Anja", einem anderen kranken Elefanten dieses Circusses in eine stationäre Haltung zu überstellen. Doch im Jahr 2008 verstarb "Anja" 32-jährig an Lungenentzündung.
Wenigstens "Mausi" sollte dieses Schicksal erspart bleiben. Doch trotz aller Bemühungen mußte sie weiter - mit anderen  Elefanten - im Circus Voyage bleiben, der eine Abgabe kategorisch ablehnte. Dabei bestand aufgrund der unübersehbaren und beständig zunehmenden Behinderung bereits seit Jahren ein Auftrittsverbot für die Elefantin.

Erst Mitte Januar 2012 änderte der Circus seine Meinung - wahrscheinlich, weil das Tier inzwischen sehr geschwächt war. Sein Halter wollte den Elefanten noch an einen belgischen Zoo verkaufen, transportierte ihn selbst nach Belgien.
Bei der Ankunft von "Mausi" am 17.01.2012 im Zoopark Pairi Daiza lag die Elefantenkuh im Transportwagen fest, obwohl der behandelnde deutsche Tierarzt zuvor eine Transportfähigkeit bescheinigt hatte. 
Trotz der Bemühungen der erfahrenen belgischen Tierärzte gelang es nicht, das Tier wieder aufzurichten. "Mausi" verstarb im Alter von  circa 30 Jahren.

"Mausis" Tod beweist, was unserem Verein und Experten wie Frau Dr. Marion Garaї schon seit Jahren klar war: „Dieser Elefant war seit langem transportunfähig - und hätte deshalb gar nicht mehr im Circus gehalten werden und herumreisen dürfen!“ – so Diplombiologe Tobias Dornbusch vom Verein Elefanten-Schutz Europa e.V.  Leider zeugt dieser Fall auf tragische Weise auch vom völligen systematischen Versagen der staatlichen Kontrollen und Gefälligkeitsgutachten des behandelnden Tierarztes. 

Obwohl die Gesetze es verbieten, ist es Circussen in Deutschland in der Praxis möglich, sichtlich schwerstkranke Tiere bis zum bitteren Ende mit sich herum zu schleppen und ihnen somit fortdauernd erhebliche Schmerzen und Leiden zu bereiten.
Nur sterben sollten sie möglichst woanders.
 
 
Für den Vorstand: Jürgen Schilfarth, Dipl.-Biol. Tobias Dornbusch

05. Januar 2012
Elefanten-Schutz Europa engagiert sich für den Geschützten Kontakt

Mit der beigefügten Pressemitteilung (welche überregional und an weitere Zoos und Behörden verteilt wird) und den ergänzenden Dokumenten möchte Elefanten-Schutz Europa e.V. Ihre Aufmerksamkeit auf ein Problem lenken, das durch mehrere Ereignisse in deutschen Zoos in der jüngsten Vergangenheit Eingang in die regionale und überregionale Berichterstattung fand: Zooelefanten, die Tierpfleger angreifen und dabei schwer verletzen oder sogar töten.

Der Elefant ist, wie die Unfallstatistik leider zeigt, das gefährlichste Wildtier in Menschenobhut – bei Anwendung neuer Erkenntnisse und tiergerechter Haltungssysteme muss dies jedoch nicht sein. Die entsprechenden Informationen bzw. Erläuterungen dazu finden Sie kompakt in den angehängten Dokumenten.

Zu dem hier thematisierten Aspekt der Elefantenhaltung gibt es seitens unseres Vereins weitere umfangreiche Veröffentlichungen, die wir Ihnen auf Anfrage gerne auch elektronisch zur Verfügung stellen.

Elefanten-Schutz Europa ist es ein Anliegen, dieses lange vertuschte und oft falsch dargestellte Problem ins Bewusstsein von Öffentlichkeit, Politik und verantwortlichen Personen zu rücken - mit dem Ziel, eine Lösung zu finden bzw. umzusetzen, die das Leben von Tierpflegern genauso sicherstellt wie Wohlbefinden und Gesundheit von Elefanten. Deshalb gehen diese Dokumente zeitgleich lokalen Medien, den zuständigen Behördenvertretern sowie den betreffenden zoologischen Einrichtungen zu, um für alle Beteiligten den gleichen Wissensstand als Diskussionsgrundlage sicherzustellen.

Anlagen:

Pressemitteilung des Vereins

Unfallstatistik in deutschen Zoos von 1860 - 2011


Für den Vorstand
Jürgen Schilfarth – Vorsitzender
Olaf Töffels – stv. Vorsitzender

Dezember 2011
Ausgabe 20 des Elefanten-Magazins ist erschienen!