Februar 2017

Neuorganisation der Geschäftsstelle

Wie bereits im letzten Elefanten-Magazin angekündigt, erklärte Frau Beate Haufellner auf unserer Jahreshauptversammlung in München (vgl. Bericht hierzu in dieser Rubrik) offiziell den Rücktritt von ihrer Vorstandsfunktion zum 31.12.2016 nach fast 20-jähriger Tätigkeit für den Verein. Auch Frau Monika Schilfarth legte nach mehr als 13 Jahren ihr Vorstandsamt zum Jahresende 2016 nieder. Beate Haufellner hat nach dem Tod ihres Mannes und Vereinsgründers Alexander nahezu 10 Jahre lang die Geschäftsstelle allein geführt und stand jeden Tag für Mitglieder und Externe als Ansprechpartner zur Verfügung – sie hat damit das Bild des Vereins nach außen wesentlich geprägt und die Organisation und das Funktionieren des Vereins überhaupt erst möglich gemacht! Und Monika Schilfarth hat mit der sorgfältigen Verwaltung der Finanzen des Vereins (und bei diesem sensiblen Thema auch oft in Kontakt mit unseren Mitgliedern wie so manchen Spendern) Initiativen und Vorhaben des Vereins dank des finanziellen Rückhalts ermöglicht bzw. den Grundstock für künftige Vorhaben gelegt!

Zum Jahresanfang 2017 wurden die Tätigkeiten von Geschäftsstelle und Finanzverwaltung örtlich in Karlsruhe zusammengefasst. Ab sofort ist somit die folgende Organisationsstruktur für die Geschäftsstelle mit den angegebenen Kontaktdaten gültig:
 

Geschäftsstelle

Frau Dr. Christiane Marsch

Forlenweg 29, 76149 Karlsruhe

Tel.: 0151-70875998 (ab 20 Uhr)

E-Mail: marsch.christiane@gmail.com

 

Kassenwart, Rechnungswesen

Frau Dr. Nicole Marsch,

Forlenweg 29, 76149 Karlsruhe

E-Mail: marschnicole@gmail.com

 

Wissenschaftliche Anfragen / Kontakt Medien:

Julia Arndt, M.Sc. Biol.

Tel.: 0162-2379276

E-Mail: julia.arndt@t-online.de

Allen Beteiligten gilt der Dank der Mitglieder und des Vorstands für ihr großes Engagement und für die nicht unerhebliche Zeit, welche sie entweder in der Vergangenheit in der Arbeit mit und für den Verein geleistet haben bzw. für die Zukunft sich dazu bereit erklärt haben! Für die geleistete Arbeit gilt unser herzlichster Dank Frau Haufellner und Frau Schilfarth, ebenso den Drs. Christiane und Nicole Marsch für ihre Bereitschaft zur Übernahme der neuen und zeitintensiven Aufgaben!

Wir bitten Sie darum, diese Veränderungen bei Anfragen und Kontaktaufnahmen mit dem Verein zu berücksichtigen und gleichzeitig um Ihr Verständnis, dass in der ersten Zeit nach einer so grundlegenden organisatorischen Änderung und Übernahme neuer Aufgaben vielleicht noch nicht alles perfekt klappt. Insofern schon im Voraus herzlichen Dank, dass Sie dem neuen Team in der Geschäftsstelle die nötige Einarbeitungszeit einräumen! Bitte vergessen Sie nicht, alle Leistungen hier erfolgen ehrenamtlich und zusätzlich zu einer Erwerbstätigkeit! 


November 2016

Elephant Sanctuary Brazil: Erste Elefanten-Auffangstation in Südamerika eröffnet

Nach jahrelangen Vorbereitungen konnten am 11.10.2016 die ersten Elefanten im „Elephant Sanctuary Brazil“ einziehen:  die beiden Asiatischen Elefantenkühe „Maia“, 43 Jahre alt, und „Guida“, 41 Jahre alt. Beide sind Ex-Circuselefanten, die nach ca. 3 Jahrzehnten Circusleben im Jahr 2010 von den brasilianischen Behörden beschlagnahmt wurden. Mangels eines aufnahmebereiten Zoos mussten die beiden Elefantinnen die letzten 5 Jahre in einem provisorischen errichteten Strompaddock auf dem Gelände einer Farm verbringen. Da der Stromzaun nicht ausbruchssicher war, mussten „Maia“ und „Guida“ permanent an einer Kette gehalten werden; eine qualifizierte Versorgung durch ausgebildete Elefantenpfleger gab es nicht.

Gründer der Organisation „Global Sanctuary for Elephants“, dessen erstes Projekt das Sanctuary in Brasilien im Bundesstaat Mato Grosso darstellt, sind Scott Blais, der 1995 bis 2011 „The Elephant Sanctuary“ in Hohenwald, Tennessee (USA) leitete, und seine Frau Katherine Blais, die dort sechs Jahre lang als Elefantenpflegerin tätig war.

In Südamerika verbieten zwar immer mehr Länder die Nutzung von Elefanten in Circussen, es standen bisher aber keine geeigneten Aufnahmeeinrichtungen zur Verfügung, um den vorhandenen Tieren ein gutes Leben zu ermöglichen. Moderne Elefantenanlagen in Zoos gibt es so gut wie nicht. Das führt zu der Situation, dass in verschiedenen Ländern Südamerikas derzeit eine Reihe von Ex-Circuselefanten in Zoos und auf Farmen in provisorischen Unterkünften unter  völlig ungenügenden Bedingungen leben, obwohl deren Halter gerne bereit wären, die Tiere an eine geeignete Einrichtung abzugeben. Im „Elephant Sanctuary Brazil“  stehen jetzt über 1000 Hektar Fläche bereit, um möglichst viele dieser Elefanten aufzunehmen und ihnen nach dem Vorbild der beiden Sanctuaries in den USA („The Elephant Sanctuary“ in Hohenwald, Tennessee und „PAWS“ in San Andreas, Kalifornien) in großen Paddocks mit natürlicher Vegetation einen schönen Lebensabend zu ermöglichen. Bisher ist nur ein kleiner Teil des Geländes eingezäunt, aber Scott und Katherine Blais arbeiten auf Hochtouren, um die Auffangstation weiter auszubauen und schnellstmöglich weitere Elefanten aufnehmen zu können. Der nächste Elefant wird bereits Anfang 2017 erwartet; eine mögliche Kandidatin ist die ca. 50-jährige Asiatin „Ramba“. „Ramba“ war der letzte Circuselefant in Chile und lebt seit Ende 2011 allein in einem provisorischen, eigentlich nur als Übergangslösung gedachten Gehege in einem chilenischen Safaripark. Es bleibt zu hoffen, dass „Ramba“ und viele weitere Elefanten möglichst schnell nach Brasilien in die neue Auffangstation umziehen können!

Mehr Informationen und zahlreiche aktuelle Updates sind unter http://www.globalelephants.org und https://www.facebook.com/globalsanctuaryforelephants verfügbar.

In Frankreich arbeiten derzeit Tony Verhulst und Sofie Goetghebeur, die beide mehr als 20 Jahre in den Zoos von Antwerpen und Planckendael tätig waren und über langjährige Erfahrung in der Elefantenpflege verfügen, am Aufbau eines ähnlichen Projekts für Europa. Ein geeignetes Grundstück wurde bereits gefunden und die Baugenehmigung für den ersten Elefantenstall ist beantragt; es fehlen aber noch Spenden, bevor die ersten Elefanten einziehen können.  Näheres unter http://www.elephanthaven.com/en/.

September 2016

Elefanten-Magazin Ausgabe 29 ist erschienen!

Inhalt von Ausgabe 29:

  • Nordamerikanische Zoos importieren 17 Afrikanische Elefanten - Stellungnahme der European Elephant Group
  • Afrikaner-Junggesellengruppe im Zoo La Teste, F
  • Zoo Emmen - Umsiedelung der Elefanten nach "Wildlands", von P. v. d. Valk
  • Zoo Emmen - Neue Elefantenanlagen in "Wildlands", von P. v. d. Valk & O. Töffels
  • Tierpersönlichkeiten: Druk - Abschied einer Grande Dame, von R. Zingg
  • Tierpersönlichkeiten: Persönliche Erinnerungen an Druk, von Dr. M. Garaï
  • Zoo Aktuell
  • Circus Aktuell
  • Geburtenliste 2015
  • Unfälle Aktuell
  • Circus Berolina & Tier-Erlebnispark Waltersdorf
  • Tierpersönlichkeiten: Mala im Circus Krone 50 Jahre alt
  • Die Reitelefanten von Jaipur, IND
  • Big Life Foundation hilft im Human Wildlife Conflict, von Dr. F. v. Houwald
  • Elephant Ignite, von I. Wolf-Gillespie
  • Buchvorstellung: H.J. Appleby - Proboscidea - The Emotional Lives of Elephants
  • Elefantenhaltung im Zoo Zeheran, IR
  • Leserreise 2016 in tschechische Zoos
  • Aus dem Verein
  • Impressionen der Afrikanerhaltung Plaisance du Touche, F


Mai 2016

Riesenerfolg für den Tierschutz in den USA:                                               Ringling schickt alle Circuselefanten „in Rente“

Das Circusunternehmen „Ringling Brothers and Barnum & Bailey” ist der größte Elefantenhalter außerhalb der Herkunftsländer. Bestand im März 2016: 40 Asiatische Elefanten. Der größte Teil der Herde wird schon seit vielen Jahren im „Ringling Brothers Center for Elephant Conservation“  (Florida) stationär gehalten, darunter auch neun Elefantenbullen aller Altersklassen. 11 Elefanten wurden zuletzt noch auf der Circustournee in zwei Gruppen mitgeführt.

Nachdem das Unternehmen im März 2015 angekündigt hatte, aufgrund eines veränderten Publikumsgeschmacks und wegen Problemen mit Tierschützern die Elefantennummern bis 2018 aus dem Programm zu nehmen und alle Elefanten in den „Ruhestand“ zu schicken, kam das Ende der Elefantenhaltung im Circus Ringling jetzt noch schneller: am 1. Mai 2016 fand die allerletzte Elefantenvorführung statt. Die 11 Elefantenkühe wurden danach in das „Center for Elephant Conservation“ transportiert, wo sie zusammen mit den bereits stationär gehaltenen Tieren in Zukunft leben sollen.

Elefanten-Schutz Europa begrüßt diese überraschende Entwicklung sehr. Sie bedeutet einen großen Gewinn an Lebensqualität für die 11 Elefantenkühe, die bisher jedes Jahr tausende Kilometer durch den ganzen Kontinent gekarrt wurden, sehr viel Zeit an Ketten verbrachten und Auslauf bestenfalls in kleinen Strompaddocks auf  Parkplätzen bekamen. Zudem bedeutet das Ende der Circushaltung hoffentlich auch, dass Ringling Elefantenkälber nicht mehr lange vor der Entwöhnung im Alter von ca. 1,5 Jahren gewaltsam von der Mutter trennen und für Circuskunststücke abrichten wird – dies war bisher gängige Praxis, um Elefantenkälber für ein Dasein als Circuselefant „fit“ zu machen.

Allerdings darf bei allem Fortschritt nicht aus den Blick geraten, dass die Haltungsbedingungen im „Ringling Brothers Center for Elephant Conservation“ den Ansprüchen an eine artgerechte, fortschrittliche Elefantenhaltung bisher nicht genügen (zahlreiche kleine, öde Paddocks; nächtliche Haltung der Kühe und Jungtiere an Ketten) und dass die hergebrachten, circusüblichen Trainingsmethoden auf Dominanzbasis und mit Gewaltanwendung dort weiter praktiziert werden. Auf einem anlässlich der Heimkehr der Circuselefanten veröffentlichten Video war zu sehen, dass im „Center for Elephant Conservation“  jedenfalls ein adulter (kastrierter) Elefantenbulle immer noch im direkten Kontakt gehalten wird – angesichts des Umstandes, dass Elefantenbullen (auch wenn sie kastriert oder teilkastriert sind) im direkten Kontakt eine tickende Zeitbombe darstellen, nur mit brutalen Trainingsmethoden unter Kontrolle gehalten werden können und dennoch fast immer (irgendwann) aggressiv gegen Menschen werden, ist das völlig unverantwortlich und zeigt deutlich, dass der Geist moderner Elefantenhaltung bei den Verantwortlichen von Ringling leider immer noch nicht angekommen ist.

 


April 2016


März 2016


März 2016

Nordamerikanische Zoos importieren 17 Afrikanische Elefanten zur Bestandsaufstockung, ohne Gerichtsbeschluss abzuwarten

Im März 2016 wurde bekannt, dass der Zoo Dallas, der Sedgwick County Zoo in Wichita, Kansas sowie  der Henry Doorly Zoo in Omaha, Nebraska trotz weltweiter Proteste von Tierschützern und namhaften Elefantenforschern 17 Elefanten, die zwischen 6 und 25 Jahre alt sein sollen, aus einem privaten Reservat in Swasiland importiert haben. http://news.nationalgeographic.com/2016/03/160309-swaziland-zoos-african-elephants-transfer/

Obwohl für Mitte März ein Gerichtstermin anberaumt und somit noch keine Entscheidung bzgl. der Importgenehmigung gefallen war, schufen die Zoos Anfang des Monats Fakten. Die 17 Elefanten - ein Weibchen war bereits in der Eingewöhnungsphase verstorben - wurden sediert und in Transportkisten verpackt. Die US-Gerichte wurden dann mit dem Hinweis konfrontiert, dass ein nochmaliges Ausladen und neuerliches Vorbereiten für einen Transport nach dem geplanten Gerichtstermin für die Elefanten lebensbedrohlich sei. Um das Tierwohl nicht noch mehr zu gefährden, sahen die Behörden daraufhin von einer Intervention ab, die Tiere gelangten anschließend mit dem Flugzeug in die USA.

Unser Verein und insbesondere der wissenschaftliche Beirat sehen den gesamten Vorgang aus mehreren Gründen kritisch:

  • 1. Die Gerichtsentscheidung hätte in jedem Fall abgewartet werden müssen.

 

  • 2. Es wurden keine vollständigen Familiengruppen exportiert, so dass neben den ohnehin zerrissenen Bindungen zwischen exportierten und zurückbleibenden Elefanten auch die Sozialstruktur innerhalb der Exportgruppen unzureichend ist. Die traumatischen  und u.U. lebenslang andauernden Folgen solcher Aktionen für Elefanten sind bekannt und im Sinne des Tierwohls abzulehnen.

 

  • 3.Die Natur im Herkunftsgebiet wird aufgrund solch geringer Bestandsverringerungen, welche dazu noch vorrangig juvenile Elefanten betrifft, kurzfristig kaum und langfristig überhaupt nicht entlastet. Bereits 2003 importierten drei US-Zoos 11 Elefanten aus Swaziland aufgrund einer angeblichen Überpopulation. Dass es bereits 12 Jahre später erneut zu viele Elefanten geben soll, zeigt, wie wirkungslos kurzfristige Bestandsverringerungen sind.

 

  • 4. Das Elefantenmanagement in den Naturparks in Swaziland ist hochgradig fragwürdig. Die Elefanten leben dort in eingezäunten Gehegen, die nur einen kleinen Teil der Gesamtfläche der Parks ausmachen. Elefanten gehören zur Afrikanischen Savanne dazu und zerstören ihren Lebensraum und den anderer Tiere nicht, auch nicht im Falle von Dürreperioden. Die Probleme in Swaziland beruhen allein auf der Tatsache, dass das Parkmanagement keine natürliche Elefantenpopulation haben will, sondern aus nicht nachvollziehbaren Gründen den Elefanten nur einen kleinen Teil der Parks zur Verfügung stellt. Die natürliche und beste Lösung für die Elefanten sähe so aus, den Elefanten in Swaziland größere Flächen zu geben, um den Tieren natürliches Verhalten und Wanderungen zu ermöglichen. Auf größeren Flächen regelt sich die Populationsdichte von Elefanten von alleine.

 

  • 5. Durch den Import und die entsprechenden Fehlinformationen („Room for rhinos“) unterstützen die US-Zoos die elefantenfeindliche Management-Strategie der Big Game Parks und verbreiten in der Öffentlichkeit das biologisch falsche Bild einer Elefantenüberpopulation. Dabei ist es Unsinn, dass die Elefanten Swaziland verlassen müssen, um Platz für bedrohte Nashörner zu schaffen, denn die Elefanten bewohnen in den Parks in Swaziland sowieso nur kleine, eingezäunte Gebiete.

 

  • 6. Behauptungen, die Tiere hätten ohne Export getötet werden müssen, sind falsch. Reservate, die die 18 Swaziland-Elefanten aufgenommen hätten, waren gefunden und den Behörden bekannt gegeben worden.

 

  • 7. Der Import von 17 Elefanten reicht  nicht aus, um die nordamerikanische Zoo-Afrikanerpopulation ausreichend zu stabilisieren, zumal eine Studie (Töffels & Garaї , in Vorbereitung) gezeigt hat dass nur ein Drittel der eingeführten, ehemals wilden, Elefanten in Zoos reproduzieren. Da der Grund für das vorhersagbare Zusammenbrechen des SSP-Bestandes in fehlgeleitetem Management bzw. unzureichender Kooperationsbereitschaft zwischen den Haltern zu suchen ist, ist ein neuerlicher Import von Elefanten nicht zu verantworten:
  • Trotz eines zur Zucht günstigen Ausgangsbestandes wurden durch ungeeignete Prioritätensetzung - mangelnder Ausbau von Zuchteinrichtungen, stattdessen vermehrte Bemühungen zur künstlichen Besamung - in den letzten 20 Jahren viel zu wenig erfolgreiche Geburten erzielt.

Abgesehen von den nicht tragbaren Auswirkungen auf die Importtiere ist es eine sehr bedenkliche Entwicklung, wenn Zoos heute noch versuchen, Versäumnisse aus der Vergangenheit mit Importen aus den natürlichen Vorkommensgebieten zu kompensieren. Da die Probleme - die falsche Ausrichtung von Managementstrategien und fehlende Zusammenarbeit unter den Haltern - weiterhin bestehen, halten wir es für nicht vertretbar, auf neue Wildfänge zurückzugreifen.

Im Elefanten-Magazin 27/2015 beschäftigten wir uns ausführlich mit dem Populationsmanagement Afrikanischer Elefanten im EEP-Raum.

http://www.european-elephant-group.com/files/PDF/27_toeffels_populationsmanagement.pdf

Auch im EEP geben die Bestandsentwicklungen Afrikanischer Elefanten Anlass zur Sorge. Deshalb ist ein vergleichbares Vorhaben für europäische Zoos zukünftig nicht auszuschließen, ungeachtet der Tatsache, dass sämtliche wissenschaftlichen Quellen sich gegen neuerliche Importe von Wildfängen aussprechen..

Weitere Informationen finden Sie  auch unseren Beitrag bezüglich der Diskussionen über zukünftige Importe Afrikanischer Elefanten nach Europa im Elefanten-Magazin 27/2015 auf Seite 66.


März 2016

Fort Worth Zoo (Texas, USA): Elefantenpfleger von 2-jährigem Kalb angegriffen und verletzt

Bereits im September 2015 ereignete sich ein schwerer Zwischenfall im Elefantenrevier im Zoo Fort Worth: ein 2-jähriges Asiatisches Elefantenkalb attackierte eine 37-jährige Pflegerin, die aufgrund der Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden musste. Der Zoo verschwieg den Vorfall, der erst durch die Recherchen eines Fernsehsenders bekannt wurde. Nähere Angaben zu dem Hergang des Angriffs und den erlittenen Verletzungen verweigert der Zoo Fort Worth, der bis heute versucht, den Bericht über den Vorfall zu verhindern; auch Informationen darüber, wie in Zukunft die Sicherheit der Elefantenpfleger gewährleistet werden soll, gibt der Zoo nicht heraus. im Zoo Fort Worth leben derzeit nur zwei Elefantenkälber, die als Verursacher des Unfalls in Frage kommen: Kuhkalb „Bluebelle“ (geboren im Juli 2013) und Bullkalb „Bowie“ (geboren im August 2013). Dass Elefantenkälber beider Geschlechter bereits ab dem Alter von zwei Jahren für ihre Pfleger lebensgefährlich werden können, ist in Zoos und Zirkussen lange bekannt; dabei gelten gerade zoogeborene Elefanten als besonders gefährlich, da sie weniger Scheu vor dem Menschen haben als Tiere, die in der Wildnis geboren wurden. Dennoch ignorieren immer noch viele Zoos die Gefahr, die von Elefantenkühen und Kälbern ausgeht und weigern sich, das Haltungssystem auf den sicheren Geschützten Kontakt umzustellen. Auch aus dem Zoo Fort Worth ist bekannt, dass mit Ausnahme der erwachsenen Bullen alle Elefanten im Direkten Kontakt gepflegt werden, was die Ursache des Unfalls vom September 2015 darstellen dürfte. Ein ähnlicher Vorfall kann sich jederzeit auch in Deutschland ereignen: in den Zoos Hannover und Wuppertal sowie im Tierpark Hagenbeck und im Tierpark Berlin werden auch hierzulande zoogeborene Elefantenjungtiere im „gefährlichen“ Alter unter Außerachtlassung aller Gefahren im Direkten Kontakt gehalten, obwohl die Richtlinien der Zooverbände EAZA und AZA allen Zoos bereits seit Jahren eine Umstellung der Haltung auf den sicheren Geschützten Kontakt empfehlen und dies auch zur Gewährleistung des Tierschutzes dringend erforderlich wäre.


März 2016
Elefanten-Schutz Europa unterstützt Initiative für ein Wildtierverbot in reisenden Circussen
 
Seit Februar unternimmt Hessen als drittes Bundesland den Versuch, mit einer Initiative im Bundesrat die Haltung bestimmter Wildtiere in reisenden Circussen zu beenden. Dies wird vom Verein ELEFANTEN-SCHUTZ EUROPA e.V. ausdrücklich unterstützt, obwohl wir uns nicht generell gegen die Haltung von Elefanten in Menschenhand aussprechen. Entscheidend ist eine differenzierte Betrachtung der Haltungsumstände, insbesondere der Frage, unter welchen Bedingungen Elefantenhaltung den Dickhäutern möglichst viel natürliches Verhalten ermöglichen kann.
 
Da die uns vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse nachweisen, dass dies im reisenden Circus genausowenig möglich ist wie eine sicherheitsgerechte Unterbringung der Tierriesen, fordert unser Verein bereits seit seiner Gründung ein Verbot für die Haltung von Elefanten in Wandercircussen.
 
Es war und ist unser Ansatz, die Unmöglichkeit einer guten Elefantenhaltung im Circus aus wissenschaftlicher Sicht nachzuweisen und dadurch Öffentlichkeit sowie politische und behördliche Entscheidungsträger zu überzeugen.
So ergab eine Untersuchung unseres Vereins aus 2011, dass Afrikanische Elefanten im Circus fast immer unter besonderen Problemen wie Verhaltensauffälligkeiten (Stereotypen), Minderwuchs oder Deformierungen im Bewegungsapparat leiden. Eine andere Untersuchung zeigt die deutlich geringere Ausprägung von Stereotypien bei Zooelefanten gegenüber Circuselefanten, bei denen der Anteil an stereotypem Verhalten wesentlich höher ist.
 
Informationen zu unserer Vereinsarbeit zum Thema Elefanten im Circus finden Sie auf der Unterseite Wir über uns: Circus - unsere Ziele. Noch detailliertere Hintergrundinformationen zur Haltung von Elefanten im Circus sind ebeno veröffentlich wie ausgewählte Artikel über Circuselefanten.

Februar 2016

Elefanten-Magazin Ausgabe 28 ist erschienen!

Inhalt von Ausgabe 26:

  • Narkose und Hebetechnik – Vortrag JHV 2014, von DVM A. Wimmer
  • Tuberkulose bei Elefanten – Vortrag JHV 2015, von C. Schiffmann
  • Zoo-Historie: Afrikanerzucht in Ramat Gan, IL, von Dr. A. Terkel (Online-Version in Englisch)
  • Afrikanerzucht in Sosto, H, von Dr. E. Papp und Dr. L. Garamvölgyi (Online-Version in Englisch)
  • Elefanten in Stukenbrock
  • Zoo Aktuell
  • Geburtenliste 2014
  • Unfälle Aktuell
  • Circus Aktuell
  • Bestandsmanagement in Südafrika – Vortrag JHV 2015, von Dr. M. Garaï
  • Wilderei in Afrika, von Dr. M. Garaï
  • Big Life Foundation – Update, von J. Goss
  • Burmas Arbeitselefanten, von P. Jaeggi
  • Enrichment im Zoo Yerevan
  • Enrichment-Programme aus wissenschaftlicher Sicht, von Dr. M. Garaï
  • Integration von Elefanten
  • Stereotypie-Vergleich Circus – Zoo
  • Aus dem Verein
  • Impressionen der Bullengruppe in El Castillo

 


Dezember 2015

Anmeldung zur Elefanten-Tour 2016: Tschechien-Rundreise
 

Zeitraum: 16.05. bis 22.05.2016

Programm:

  • 1. Tag: Fahrt Nürnberg - Prag, Stadtführung und Übernachtung in Prag
  • 2. Tag: Ganztägiger Besuch des Zoo Prag, Übernachtung in Prag
  • 3. Tag: Fahrt Prag - Ústi nad Labem, Besuch des Zoo Ústi nad Labem, Fahrt Ústi nad Labem – Liberec, Übernachtung in Liberec
  • 4. Tag: Besuch des Zoo Liberec, Übernachtung in Liberec
  • 5. Tag: Stadtführung Liberec, Fahrt Liberec - Dvúr Králové nad Labem, Stadtführung Hradec Kralove, Übernachtung Dvúr Králové nad Labem
  • 6. Tag: Besuch des Zoos Dvúr Králové nad Labem, Übernachtung in Dvúr Králové nad Labem
  • 7. Tag: Zoo Dvúr Králové nad Labem am Vormittag, Fahrt Dvúr Králové nad Labem – nach Nürnberg

 

Zusätzliche Informationen:

- Fremdsprachenkenntnisse sind nicht erforderlich!

- Während der Rundreise durch die Tschechische Republik steht Ihnen ein moderner Reisebus sowie ein deutschsprachiger Busfahrer zur Verfügung.
- Der Fahrer holt Sie in Nürnberg ab  und bringt Sie auch am Ende der Reise wieder dorthin zurück. Für die Übernachtungsorte haben wir Mittelklassehotels  in Zentrums- bzw. Zoonähe inkl. Halbpension gewählt.
- Wie gewohnt werden wir vorab mit den Zoos Kontakt aufnehmen, um einen reibungslosen Ablauf an den Zoo-Tagen zu gewährleisten.
- Während Ihres Aufenthaltes  in Tschechien betreut Sie eine deutschsprachige Reiseleiterin, die Sie nicht nur durch die Städte führt sondern auch in den Zoos als Übersetzerin fungiert.

 

Preise - abhängig von der Teilnehmerzahl:

A: Mindestteilnehmerzahl: 10 Personen

Preis pro Person im Doppelzimmer inkl. Halbpension 1108,00 Euro

- Einzelzimmerzuschlag: 150,00 Euro


B:  Mindestteilnehmerzahl: 15 Personen

Preis pro Person im Doppelzimmer inkl. Halbpension 922,00 Euro

- Einzelzimmerzuschlag: 150,00 Euro

 

Kontakt und Anmeldung:

Thomas Dütsch

Email: Duetsch.Thomas@web.de


Dezember 2015

Buchtipp

Liebe Elefantenfreunde,

Elefanten sind hochbedrohte und zugleich enorm faszinierende Wildtiere. Sie lassen sich gern von atemberaubenden Elefantenfotos faszinieren und möchten zugleich zum Elefantenschutz in den natürlichen Vorkommensgebieten beitragen? Unterstützen Sie doch einfach das Projekt

"Proboscidea - The emotional lives of elephants"!

Das junge Team um den australischen Fotografen Hamish J. Appleby hat sich zum Ziel gesetzt, aus den wundervollen in Sri Lanka entstandenen Elefantenfotos und begleitenden Textpassagen ein ganz besonderes Elefantenbuch zu entwickeln. Die Mehreinnahmen - nach Abzug der Kosten für Druck und Produktion - werden einem elefantenschützerisch sinnvollen Wiederauswilderungsprojekt - keinem herkömmlichen und als Tierschutz oder Sanctuary getarnten Elefanten-Tourismusunternehmen - auf Sri Lanka zur Verfügung gestellt.

"Proboscidea - The emotional lives of elephants"! wird übrigens auch von unserem Verein unterstützt. Unser Beiratsmitglied, die renommierte Verhaltensforscherin Dr. Marion Garaї, berät das Kickstarter-Projekt in fachlicher Hinsicht, wodurch die veröffentlichten Informationen über das Wildtier Elefant dem Stand der Wissenschaft entsprechen. 


 

September 2015

Zoo Halle ermöglicht Elefantenmutter und Gruppe natürlichen Lernprozess zum Geburtsablauf

In der Nacht vom 21. auf den 22.09.2015 brachte die Afrikanische Elefantenkuh "Bibi" während der ersten Gruppengeburt des Hallenser Zoos auf der Außenanlage ein weibliches Jungtier zur Welt. Unter den Geburtsschmerzen und Stress attackierte sie es unmittelbar und verletzte es mit Kopfstössen tödlich. Von der dominanten "Mafuta" abgedrängt, beruhigte sich "Bibi" aber und ihr Mutterinstinkt setzte ein. Sie versuchte nach Angaben des Zoos, das reglose Jungtier aufzurichten und wich ihm nicht von der Seite. Auch die anderen Elefanten beschnüffelten unter der Aufsicht von "Mafuta" vorsichtig das am Boden liegende Jungtier. Erst nach mehreren Stunden konnte "Bibi" in den Stall gelockt werden. 

Bemerkenswert sind daran mehrere Umstände:

- Obwohl dies für "Bibi" die vierte Geburt war, hatte sie vorher nicht ausreichend Gelegenheit, den vollständigen Lernprozess der nachgeburtlichen Annahme ihrer Neugeborenen zu durchleben. Nachdem sie bei den beiden ersten noch in Berlin geborenen Jungtieren nervös war und Anzeichen auf mögliche Aggressionen hindeuteten, wurden ihr jeweils beide Töchter weggenommen und unter Pflegeraufsicht erst nach ihrer Beruhigung wieder zugeführt. Ihr drittes Kalb - der erste in Halle geborene Elefant - wurde von ihr unangekettet in einer Box geboren, begleitet von der älteren Tochter "Panya". Doch nachdem sie dieses Neugeborene ebenfalls direkt angegriffen hatte, wurde das Baby schnellstmöglich herausgezogen, um ihm eventuell noch das Leben zu retten. Es war jedoch bereits tödlich verletzt gewesen. Bei allen drei Geburten hatte sie das Neugeborene nicht lange genug und ungestört von menschlichem Einfluss bei sich, bis trotz Geburtsschmerz und Stress die Mutter-Kind-Bindung einsetzte. Erschwert wird dieser Prozess durch ein mit hoher Wahrscheinlichkeit stark ausgeprägtes Posttraumatisches Belastungssyndrom (PTSD), welches "Bibi" als Wildfangelefant nach Mutterverlust, Fangstress etc. möglicherweise handicapt. Die notwendigen Lernprozesse waren ihr erst bei der jüngsten Geburt möglich und haben nach Einschätzung der Beobachter auch stattgefunden.

- Erfreulich ist auch die während der Geburt beobachtete gute Gruppendynamik. Obwohl sich die weiblichen Mitglieder der Hallenser Herde bereits aus Berlin kennen und in Halle weitgehend gut arrangiert haben, sind die Bindungen zwischen den nicht verwandten Kühen nicht so eng wie innerhalb gewachsener Familiengruppen. Trotzdem hat die dominante "Mafuta" in der Geburtssituation instinktiv richtig gehandelt und "Bibi" bis zur Beruhigung abgedrängt, wenn auch leider nicht rechtzeitig, um das Leben des Neugeborenen zu retten. Da "Mafuta" bisher wenig Interesse an Jungtieren gezeigt hat, verwundert ihr Engagement selbst Personen, die sie bereits lange kennen, aufs positivste. Ein situationsangepaßt guter Zusammenhalt selbst zwischen nicht gut befreundeten Kühen ist auch andernorts in der Ausnahmesituation von geplanten und auch ungeplanten Geburten in der Gruppe beobachtet worden (z.B. bei Hagenbeck, in Berlin oder kürzlich in Leipzig). Dies ist jedoch meist auf die unmittelbare geburtliche und nachgeburtliche Phase beschränkt und nicht unbedingt mit einem dauerhaften Zusammenwachsen der Herde gleichbedeutend.

- Besonders positiv ist die Einstellung der Verantwortlichen im Hallenser Zoo hervorzuheben. Nachdem ursprünglich bereits eine Gruppengeburt geplant war, gab es zuletzt Überlegungen, das Überleben des Neugeborenen unter allen Umständen zu priorisieren und dafür "Bibi" zur Geburt abzutrennen, um das Jungtier sofort aus ihrem Einflussbereich ziehen zu können. Trotzdem hat man sich in Halle zur Gruppengeburt entschlossen und damit Kritik sowohl konservativer Elefantenzüchter als auch undifferenzierter Zoogegner in Kauf genommen.

Elefanten-Schutz Europa begrüßt sowohl diese Entscheidung als auch die Ankündigung, die weiteren anstehenden Geburten in der Gruppe stattfinden zu lassen. Dies hat dem Muttertier "Bibi" bei ihrer vierten Geburt ermöglicht, den Prozess von Geburt und Akzeptanz ihrer eigenen Neugeborenen zu begreifen, was sonst natürlicherweise bei Erstgebärenden stattfindet und keinesfalls immer problemlos abläuft. Die Chancen, dass "Bibi" zukünftige Jungtiere nicht mehr attackiert sondern annimmt und aufzieht, sind damit enorm gewachsen. Gleichermaßen hatten alle anderen Hallenser Kühe viel Gelegenheit zum Lernen, was die Aufzuchtchancen bei den zu erwartenden Geburten deutlich erhöht.

Die Entscheidung zur Gruppengeburt bei "Bibi"  ist aus unserer Sicht ein Beispiel für zeitgemäßes und zukunftsorientiertes Wildtiermanagement eines Zoologischen Gartens. Der Bergzoo Halle hat zwar einen neugeborenen Elefanten verloren, aber dadurch seine Chancen für erfolgreiche Aufzuchten bei den zu erwartenden Geburten gezielt, deutlich und mit Aussicht auf nachhaltigen Erfolg verbessert. So tragisch der Verlust dieses Jungtiers für alle Beteiligten ist: Elefanten-Schutz Europa wünscht dem Hallenser Zoo, dass seine Entscheidung zur Gruppengeburt bereits im kommenden Jahr von "Tana" und "Panya" belohnt wird.


August 2015

Circus Freiwald in den Niederlanden: Schon wieder ein Elefant ausgebrochen

Am Sonntag, den 16. August 2015 ereignete sich der nächste Ausbruch eines Circuselefanten. Diesmal war es die Afrikanische Elefantenkuh „Buba“ des deutschen Circus Freiwald, der in den Niederlanden reist. Wie es dazu kam, dass sich „Buba“ selbstständig machen konnte, ist nicht bekannt. Davon, wie sie unbeaufsichtigt über einen Flohmarkt in der niederländischen Stadt Noordwijkerhout „bummelt“, gibt es allerdings sogar ein Video, das hier zu sehen ist:

http://www.telegraaf.nl/binnenland/24383340/__Circusolifant_maakt_ommetje__.html

Wie immer bei solchen Vorfällen erklärten Circusleute der Presse hinterher, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden hätte und dass „Buba“ eigentlich mit einem lieben Hund vergleichbar sei. Dass durch ausgebrochene bzw. außer Kontrolle geratene Circuselefanten, die zuvor von ihren Circusbetreuern als ebenso „lieb“ beschrieben wurden, in den letzten Jahren in Europa zwei Menschen getötet und mehrere weitere Personen verletzt wurden und außerdem immer wieder hoher Sachschaden entstand, wird vollständig ausgeblendet.

Erfreulicher Weise haben die Niederlande aber bereits die Konsequenzen daraus gezogen - bereits am 15. September 2015 tritt ein Wildtierverbot für reisende Circusse in Kraft.

 


August 2015

Schweizer National-Circus Knie und der US-amerikanische Circus Ringling in Zukunft ohne Elefanten

- Zwei Meilensteine für eine Zukunft der Elefantenhaltung ohne Tierquälerei -

Am 11. August 2015 verkündete der Schweizer Nationalcircus Knie die Entscheidung, ab 2016 auf Elefanten im reisenden Circusbetrieb zu verzichten. Nach Presseberichten soll diese Entscheidung nicht auf Druck von Tierschützern beruhen. Grund sei vielmehr, dass durch den krankheits- bzw. altersbedingten Tod der Elefantenkühe „Sumatra“ (ca. 53 Jahre), „Siri“ (ca. 52 Jahre) und „Patma“ (ca. 54 Jahre) innerhalb weniger Wochen im Juni und Juli 2015 die dauerhaft stationär gehaltene Elefantenherde in Knies Kinderzoo in Rapperswil (nahe Zürich) zu klein geworden ist. Nach Pressemeldungen will sich die Familie Knie zukünftig auf die Elefantenzucht und den Aufbau einer Elefantenfamilie im stationären Kinderzoo konzentrieren. Der Kinderzoo Rapperwil, der ebenfalls von der National-Circus AG betrieben wird, hatte erst 2015 eine moderne, ca. 6.000 m² große Elefantenanlage mit Stallungen für einen Zuchtbullen und Elefantenkühe eröffnet.

Das Ende der Elefantenhaltung im reisenden Circus Knie war tatsächlich seit längerem absehbar, denn die Anzahl der Elefanten, die mit dem Circus Knie auf Tournee gehen, sinkt seit Jahren. Nachdem im Sommer 2010 Elefantenkuh „Sabu“ nach mehreren Ausbrüchen aus Sicherheitsgründen in den Kinderzoo verbracht worden war und im Juni 2015 mit „MaPalaj“ ein weiteres Tier dauerhaft in den Kinderzoo zurück geholt wurde, blieben im Reisebetrieb nur noch die beiden älteren Kühe „Ceylon“ (45 Jahre“)  und „Dehli“ (48 Jahre). Altersbedingt war das Ende der Circuskarriere auch dieser Tiere nah, durch einen weiteren Todesfall hätte es hier zur Einzelhaltung kommn können.

Unabhängig von den dahinter stehenden Beweggründen ist die Entscheidung der Familie Knie, „Ceylon“ und „Dehli“ schon ab 2016 ein ruhiges Leben in der großen, modernen Elefantenanlage im Kinderzoo zu gönnen und damit den beiden alten Damen künftig den Reisestress und das Leben in spartanisch ausgestatteten, kleinen Strompaddocks zu ersparen, sehr zu begrüßen und für Europa richtungsweisend.

Damit folgt der Schweizer Nationalcircus einem Trend, den vor einigen Monaten der US-amerikanische Circus Ringling Brothers and Barnum & Bailys, der mit derzeit 43 asiatischen Elefanten allen Alters und beider Geschlechter der größte Elefantenhalter in der westlichen Welt ist, begonnen hatte.  Denn im März 2015 verkündete der Circus Ringling, ab 2018 auf Elefantennummern in seinen drei ständig auf Tournee befindlichen Circusunternehmen („Red Unit“ mit fünf Tieren, „Blue Unit“ mit acht Tieren und „Gold Unit“ mit zwei Tieren) zu verzichten und alle 15 derzeit reisenden Elefanten bis zu diesem Datum in die dem Unternehmen gehörende Zucht- und Altenstation in Florida bei Polk City zurück zu holen. Begründet wurde diese Entscheidung damit, dass die Mehrheit der Circusbesucher aufgrund eines veränderten Verständnisses für Tiere keine Elefantennummern mehr sehen wollten und dass die ständigen Proteste durch Tierschützer sowie die inzwischen in vielen Städten ergangenen Verbote von Circussen mit Wildtieren das Reisen mit Elefanten zu schwierig gemacht hätten.

Ein weiterer Beweggrund für diese Entscheidung dürften die inzwischen seit zwei Jahrzehnten andauernden, nach wie vor ungelösten Probleme mit Tuberkulose in der Ringling-Herde sein, denn immer wieder testen Ringling-Elefanten positiv auf diese auf Menschen übertragbare Krankheit, und zwar auch solche aus den drei reisenden Gruppen.

Für die Ringling-Elefanten ist das ein riesiger Erfolg, der gerade deshalb nicht selbstverständlich ist, da der Circus in seiner Elefantenstation in Polk City Elefanten züchtet.  Allerdings überwiegen die Verluste bei Ringling insgesamt die Nachzuchterfolge. Trotzdem könnte der Circus Ringling den Reisebetrieb mit Elefanten auch nach dem altersbedingten Tod der letzten Wildfänge jedenfalls noch eine Weile fortzusetzen, obwohl die damit verbundene, sehr frühe gewaltsame Trennung der Elefantenkälber von ihrer Mutter und das brutale Abrichten für die Circusnummern Tierquälerei darstellen. Ob das Unternehmen langfristig tatsächlich beabsichtigt, Elefanten in der für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Anlage in Florida weiter zu züchten und die zukünftig „arbeitslose“ Ringling-Herde auf Dauer zu behalten, wird sich zeigen.

Im übrigen wird auch in der stationären Einrichtung in Polk City der citrcustypische Direkte Kontakt mit den dort gehaltenen Elefantenkühen und Jungtieren praktiziert. Zudem sind die  dortigen Haltungseinrichtungen teils unzureichend. Es wäre aus Tierschutzgründen dringend erforderlich, möglichst viele Tiere in den beiden „elephant sanctuaries“ in Hohenwald, Tennessee (TES) und San Andreas, Kalifornien (PAWS), sowie in fortschrittlichen Zoos unter zu bringen.


August 2015

Elefanten-Magazin 27 erscheint Ende August

Liebe Elefantenfreunde,

Die neueste Ausgabe des Elefanten-Magazins befindet sich derzeit in der finalen Phase der Fertigstellung. Laut Planung wird der Verand Ende August erfolgen, wir bitten bis dahin noch um ein wenig Geduld und bedanken uns für Ihr Verständnis!

Ihr Redaktionsteam des Elefanten-Magazins

 


Juli 2015

Elefanten des Circus Arena in Dänemark außer Kontrolle: Sachschaden und eine Verletzte

Bei einem von mehreren Circusmitarbeitern begleiteten Spaziergang der drei Afrikanischen Elefantenkühe „Lara“, „Jenny“ und „Junglar“ des Circus Arena in Karrebæksminde (Dänemark) kam es am 11. Juli 2015 – nur knapp einen Monat, nachdem in Deutschland ein Spaziergänger von einem ausgebrochenen Circuselefanten getötet worden war - zu einem schweren Zwischenfall.

Wie auf diesen Videos (https://www.facebook.com/bettina.vallentin/videos/10204581812250230/ und aus einer anderen Perspektive http://nyhederne.tv2.dk/samfund/2015-07-11-cirkus-optog-ude-af-kontrol-her-gaar-elefant-amok-paa-bil) zu sehen ist, wurden die drei Tiere, die von hunderten Zuschauern umringt waren, sehr nervös, ohne dass es den Betreuern (u.a. dem deutschen Tiertrainer Rudi Althoff)  gelang, sie zu beruhigen. Auf dem Weg zurück zum Circusgelände stieß eine der Kühe eine Frau zu Boden, die dadurch Verletzungen am Kopf erlitt (Min. 2:19 des ersten Videos). Einige Minuten später – den Circusleuten war es inzwischen gelungen, die stark erregten Elefanten bis zum Rand des Circusplatzes zu führen – griff eine der beiden anderen Elefantenkühe mehrere Personen an und demolierte ein Auto schwer (ab Min. 5:66 des ersten Videos). Auf beiden Videos ist deutlich zu sehen, dass die Betreuer über alle drei Tiere die Kontrolle verloren hatten und dass die meisten Passanten keinerlei Vorstellung davon hatten, wie gefährlich die Situation für Leib und Leben war. Es grenzt an ein Wunder, dass niemand ernsthaft verletzt wurde.

Die Videos beweisen auch, dass die Behauptung von Circusfreunden, Elefanten seien nicht gefährlich, wenn sie unter der Aufsicht des Circuspersonals stünden, falsch ist. Bei diesem Vorfall handelte es sich auch nicht um den ersten Zwischenfall mit diesen drei Elefanten: Im Juli 2014 brachen „Jenny“ und „Junglar“ aus ihrem Gehege aus und verursachten in Rudkobing eine Panik. Nur einen Monat später konnten dieselben beiden Tiere nochmal aus ihrem Paddock entkommen.

Spätestens seit dem Vorfall am 11. Juli 2015 in Karrebæksminde steht fest, dass die drei Elefantenkühe im Circus nicht mehr zu kontrollieren sind und eine große Gefahr für ihre Betreuer, alle Circusbesucher und auch unbeteiligte Passanten darstellen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich der nächste – womöglich noch schlimmere - Vorfall ereignet. Die dänischen Behörden sollten sofort einschreiten und die Tiere in einem Zoo unterbringen, bevor ein Mensch getötet wird.

 


Juli 2015

Problem: Objektive Presseberichterstattung über Circusse?!

Dass Elefanten in einem reisenden Circusunternehmen weder art- bzw. verhaltensgerecht noch sicher gehalten werden können, bewies einmal mehr der tödliche Angriff der einzeln gehaltenen Elefantenkuh des Circus Luna auf einen unbeteiligten Spaziergänger. Dies dringt auch zunehmend in das Bewusstsein der Öffentlichkeit vor. Eine wichtige Rolle kommt dabei den Medien mit ihrem Bildungsauftrag zu.

Allerdings nutzen Medienvertreter ihre Chance, durch objektive Recherche und Berichterstattung "hinter die Kulissen" des Showgeschäfts mit reisenden Tieren zu schauen, bisher viel zu selten. Immer noch erhält die Lobby der Circusfreunde und - betreiber Gelegenheit, Halb- und Unwahrheiten über Presse und TV zu verbreiten, ohne dass eklatante Widersprüche hinterfragt werden. Elefanten-Schutz Europa setzt sich deshalb für eine objektive Berichterstattung über die Umstände ein, unter denen Elefanten im Circus gehalten, transportiert und vorgeführt werden. Hierfür drei Beispiele:

 

Beispiel 1

Am 05.06.2015 wurde im Online-Portal "Mittelhessen" ein Artikel veröffentlicht, in dem der Sprecher von Circus Krone anlässlich des Gastspiels in Marburg seine Zunft als die wahren Tierschützer ausgeben kann. Unwahrheiten wie das Ammenmärchen von Arterhaltung im Circus, der Herkunft der Krone-Elefanten und zu den Haltungsbedingungen wurden unhinterfragt abgedruckt.

Unser Verein dokumentiert die Haltungsumstände bei Circus Krone seit Jahren. Vereinsmitglieder waren auch in Marburg vor Ort und verschafften sich einen Endruck von der dortigen Situation. Elefanten-Schutz Europa schickte anschließend zur Richtigstellung einen Leserbrief an die Redaktion von Mittelhessen.

 

Beispiel 2

Auch öffentlich-rechtliche Sendeanstalten gehen Circuslobbyisten wiederholt "auf den Leim". Im Jahr 2008 dokumentierte der Journalist Volker Arzt gemeinsam mit dem circusnahen Wissenschaftler Dr. Immanuel Birmelin u.a. die Elefantenhaltung im Circus. Dr. Birmelin stellt Haltungsumstände und Kunststücke der Tierriesen als natürliches Verhalten dar. Dies gelingt ihm nur, weil der begleitende Journalist keine hinreichenden Informationen über das tatsächliche natürliche Verhalten von Elefanten eingeholt hatte, womit der Circus-Verhaltensforscher seine allein in Menschenhand getroffenen Feststellungen als "natürlich" darstellen kann. Derselbe Wissenschaftler hat übrigens der Elefantin "Baby"/"Benjamin" des Circus Luna trotz aller Warnhinweise bescheinigt, harmlos und mit ihren menschlichen Betreuern gut sozialisiert zu sein. Am 13.06.2015 tötete das Tier einen Menschen.

Der Bericht aus der Reihe "Manege frei" wurde in den letzten Jahren von mehreren Sendern ausgestrahlt, darunter ARTE und zuletzt im Mai 2015 vom WDR. Elefanten-Schutz Europa wandte sich daraufhin mit wissenschaftlichen Fakten in einem Leserbrief an den WDR-Intendanten Tom Buhrow, verbunden mit der Bitte, diesen fachlich nicht haltbaren Beitrag fortan nicht mehr auszustrahlen.

 

Beispiel 3

Zum Problem für Circustiere und die Wahrnehmung der Öffentlichkeit werden auch Fälle, in denen Behördenvertreter entgegen aller Erkenntnisse Circussen weiter bescheinigen, Elefanten angemessen zu halten und auszubilden, obwohl sie selbst kein Fachwissen über Rüsseltiere besitzen. Davon sind auch manche Amtsveterinäre nicht ausgenommen, denn die wenigsten davon sind auf Wildtiere spezialisiert.

Unrühmlich machte im Januar 2015 einmal mehr der Amtsleiter des Veterinäramtes Friedberg (Wetteraukreis, Hessen) von sich reden. In einem Leserbrief an die Wetterauer Zeitung äußerte er sich zu einem der seltenen circuskritischen Zeitungsartikel. Darin legte er dar, wie gut es Circustieren und auch Elefanten im Circus gehe und dass dies sichergestellt werde, weil Amtstierärzte wie er sich davon regelmäßig selbst überzeugten. Die Argumente der Wildtierhaltungsgegner wurde als Stimmungsmache ohne jegliche fundierte Argumentation abgetan. Der Circus Universal-Renz hat sein Winterquartier samt Elefanten in Friedberg, und auch ein weiterer Renz-Abkömmling hatte eine Elefantin zeitweise dort eingestellt. Diesen Elefanten haben die Kontrollen des Veterinäramtes Friedberg nicht geholfen. Innerhalb kurzer Zeit verstarben drei Asiatenkühe. Zwei Afrikanerinnen standen anderthalb dort Jahre beschäftigungslos unter primitiven Bedingungen, weil sie zu aggressiv für Circusvorführungen geworden waren.

Elefanten-Schutz Europa beantwortete den Leserbrief des Amtstierarztes mit einem eigenen Leserbrief an die Wetterauer Zeitung.

 


Juni 2015

Circuselefant bei Ausbruchsversuch misshandelt

Am 13.06.2015 brach die Elefantenkuh „Baby“/“Benjamin“ aus dem Circus Luna in Buchen (Baden-Württemberg) aus ihrem Gehege aus und tötete einen unbeteiligten Mann. Nur wenige Tage später versuchte im niederländischen Wilnis eine Elefantenkuh des deutschen Circus Renz-International, aus ihrem Gehege auszusteigen. Das Tier konnte von einem Circusarbeiter nur mit heftigen Stockschlägen gegen den Kopf davon abgehalten werden. Der Vorfall ist unter den folgenden Links im Video zu sehen:

https://www.facebook.com/danny.versluis.7/videos/960217907363659/?pnref=story

http://www.telegraaf.nl/binnenland/24183003/__Olifant_Circus_Renz_mishandeld__.html

Die Bilder zeigen deutlich, dass die Absperrungen aus Stromdraht bzw. Elektroband, die fast jeder Circus verwendet, um Außengehege für Elefanten zu schaffen, in keiner Weise ausbruchssicher sind. Es überrascht nicht, dass der Vorfall in Wilnis bereits der 7. dokumentierte Ausbruch bzw. Ausbruchsversuch eines Circuselefanten in Europa im Jahr 2015 ist. Die Dunkelziffer liegt mit Sicherheit höher.

Insofern ist schlicht falsch, was das „Aktionsbündnis Tiere gehören zum Circus“ in einer Pressemitteilung als Reaktion auf den tödlichen Unfall mit Circuselefant „Baby“ behauptet. Dieses Bündnis unkritischer Circusfreunde und -betreiber verbreitet, von Elefanten, die sich in ihrem Gehege oder unter der Aufsicht ihrer Betreuer befänden, gehe keine Gefahr aus. Das ist schon deshalb nicht richtig, weil „Baby“ selbst vor dem tödlichen Angriff drei Menschen schwer verletzt hat, während sie unter Aufsicht ihres Tierlehrers stand - und nicht etwa bei einem ihrer zahlreichen früheren Ausbrüche. Zum anderen muss angesichts des Fehlens stabiler Zäune jederzeit damit gerechnet werden, dass sich ein Circuselefant selbstständig macht. Ein drittes Argument wiegt am schwersten: Elefantenpfleger und -trainer sind selbst am meisten gefährdet, durch einen Zoo- oder Circuselefanten verletzt oder getötet zu werden. Das hohe Unfallrisiko bei der Arbeit mit Elefanten ist auch der Grund, warum immer mehr fortschrittliche Zoos auf die Haltung im sicheren Geschützten Kontakt umsteigen und es ihrem Personal verbieten, zu den Elefanten ins Gehege zu gehen.

Hinzu kommt, dass viele „Elefantenpfleger“ im Circus diese Bezeichnung nicht verdienen. Zumeist handelt es sich dabei um Billigarbeiter aus Nordafrika oder Osteuropa ohne jede Qualifikation zur Arbeit mit Tieren, geschweige denn Elefanten. Die Sprecherin des Circus Renz-International gab im Presseinterview dann auch unumwunden zu, dass ihr Mitarbeiter, der zum Zeitpunkt des Ausbruchsversuchs zur Beaufsichtigung der Elefanten abgestellt war, erst seit zwei Wochen (!!) für den Circus arbeitete. Dass ein „Elefantenpfleger“ ohne Ausbildung und Erfahrung mit Elefanten allgemein sowie insbesondere ohne Kenntnis der einzelnen Elefanten nicht einmal in der Lage ist, für seine eigene Sicherheit zu sorgen, liegt auf der Hand. 

Es bleibt zu nur hoffen, dass die Politik endlich tätig wird, um die Gefahr durch Elefanten im Circus und das Leid der Tiere zu beenden und die Haltung von Elefanten im Circus verbietet.

 


Juni 2015

Spenden für die Tiere im Zoo Tiflis
 

Am 15.06.2015 haben ein Starkregenereignis und darauffolgende Überschwemmungen die georgische Hauptstadt Tiflis stark in Mitleidenschaft gezogen. Betroffen war auch der Zoo der Hauptstadt. Etliche Tiere ertranken, Flusspferd, etliche Bären und Großkatzen wurden durch die Zerstörungen freigesetzt, irrten durch Tiflis und wurden zum großen Teil aus Sicherheitsgründen durch die Polizei erschossen.

Den beiden Elefanten des Zoos, "Malka" und "Grand", ist zum Glück nichts passiert, ihre Gehege liegen höher am Hang. Doch Elefanten-Schutz Europa möchte trotzdem helfen:

Wenn Sie den Zoo Tiflis mit einer Spende unterstützen möchten, haben Sie die Möglichkeit, dies über unseren Verein zu tun. Unter dem Kennwort "Zoo Tiflis" nehmen wir Ihre Spende gern entgegen.

Elefanten-Schutz Europa e.V.
Deutsche Bank AG, Erfurt
IBAN: DE28820700240113160600
BIC: DEUTDEDBERF
Stichwort: Zoo Tiflis

Durch unsere - im Zuge unserer Hilfsaktion für die Elefanten - entstandenen engen Kontakte stellen wir sicher, dass Ihre Spende in voller Höhe im Zoo Tiflis ankommt und zweckgebunden verwendet wird.

Herzlichen Dank!


Juni 2015
 
Spaziergänger in Baden-Württemberg von Circuselefant getötet
 
 
Am 13. Juni 2015 entkam die ca. 31-jährige Afrikanische Elefantenkuh "Baby"/ "Benjamin" vom Circus Luna bzw. Circus Frankordia (Direktion Familie Frank) am frühen Morgen vom Circusgelände in Buchen (Baden-Württemberg) und tötete einen unbeteiligten Passanten. Um eine Beschlagnahme durch die Behörden zu vermeiden, gab der Circus die Elefantenkuh am Tag nach dem Vorfall an den Safaripark Stukenbrock ab, wo jetzt insgesamt vier Afrikanische Elefanten gehalten werden.
 
Wie es genau dazu kommen konnte, dass "Baby" unbeaufsichtigt ihr Stallzelt verlassen konnte, wird jetzt von Polizei und Staatsanwaltschaft untersucht. Noch ist unklar, ob Versäumnisse seitens des Circuspersonals oder ein Einwirken Dritter eine Rolle gespielt haben. Es ist auch möglich, dass sich das Tier selbst befreien konnte.
 
Ausbrüche von Circuselefanten sind in europäischen Circussen nicht selten. Nur drei Tage nach der tödlichen Attacke von "Baby" tauchte im dänischen Svenstrup ein entlaufener Circuselefant auf einem Kinderspielplatz auf. Meistens gibt es bei solchen Vorfällen nur Sachschaden, aber der Todesfall in Buchen ist kein Einzelfall: so starb im September 2013 in der Nähe von Paris ein 84-jähriger Mann durch die Attacke eines entlaufenen Circuselefanten.
 
In den allermeisten Fällen sind Elefantenausbrüche nicht von Dritten verschuldet,  sondern ein Zusammenwirken von Nachlässigkeit des Circuspersonals mit dem Umstand, dass Elefanten Wildtiere sind, die aufgrund ihrer Körperkraft (ein erwachsener Elefant wiegt ca. 3-4 Tonnen!) unter den Bedingungen eines reisenden Circus niemals sicher gehalten werden können. Gehegeabsperrungen, die stark genug sind, Tiere dieser Größe sicher zu beherbergen, können nicht transportiert werden. In den meisten deutschen Circussen stehen Elefanten deshalb tagsüber hinter einem dünnen Zaun aus Elektrodraht, obwohl lange bekannt ist, dass solche Zäune für Elefanten nicht ausbruchssicher sind!
 
Auch von "Baby" sind zwischen 2001 und Januar 2015 sechs Ausbrüche und ein  Ausbruchsversuch, teilweise mit Sachschaden, dokumentiert - ohne dass Einwirken Unbeteiligter eine Rolle gespielt hätte. Ihre Aggressivität gegenüber Menschen ist ebenfalls lange bekannt: Seit dem Jahr 2000 wurden mindestens vier Circusbesucher durch sie z.T. schwer verletzt. 2010 verletzte sie einen Familienvater so schwer, dass dieser eine Niere verlor und im künstlichen Koma lag. Die Gefährlichkeit von "Baby" wurde von der Familie Frank trotzdem stets geleugnet und von den Behörden  trotz zahlreicher Warnungen u.a. vom Verein Elefanten-Schutz-Europa bis zu der tödlichen Attacke ignoriert, u.a. deshalb, weil ein Gutachten eines Verhaltensforschers, der für seine unkritische Einstellung gegenüber Circussen "berüchtigt" ist, den Elefanten trotz aller Warnzeichen als harmlos und hervorragend sozialisiert eingestuft hatte.
 
"Baby" lebt jetzt in einem Zoo in einem sicheren Gehege unter besseren Haltungsbedingungen, als es irgendein reisender Circus bieten kann und stellt keine Gefahr mehr für Circusbesucher oder Passanten dar. Zudem hat sie nach mehr als einem Jahrzehnt der Einzelhaltung endlich wieder Artgenossen zur Gesellschaft. Die Gefahr durch die nach "Baby´s" Abgabe im Reisebetrieb verbleibenden ca. 50 anderen deutschen Circuselefanten besteht jedoch fort. Ein Vorfall wie am 13. Juni 2015 in Buchen kann sich mit einem anderen Circuselefanten jederzeit wiederholen.
 

März 2015

News zu den Entwicklungen im Zoo Karlsruhe finden Sie auf unserer Extra-Seite

Elefanten-Schutz Europa hat die Unfälle, welche im Zoo Karlsruhe seit den 1960er Jahren vorgekommen sind, in einer eigenen Liste zusammengestellt. Die Informationen rund um unsere Bemühungen, mit den Verantwortlichen in Karlsruhe in einen sachlichen Dialog zu treten, sind inzwischen derart umfangreich, dass wir diesem Prozess eine eigene News-Seite widmen. So lassen sich durch alle Interessierten die Vorgänge kompakt und chronologisch geordnet nachverfolgen.